Die Geschichte der Chrutschlämpe

Die Entstehung

Bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg wurden alte Fasnachtsbräuche wieder aufgenommen. Damals bemühte sich vor allem die freiwillige Feuerwehr und im Besonderen der Alt-Lammwirt und langjährige "Narrenvater" Ernst Rüd.
Anfangs der 70er Jahre wurden verschiedene Anläufe vorgenommen, eine Narrenvereinigung zu gründen.

1974 wurde dann ein Narrenrat gegründet, der die Ausrichtung der Fasnacht vornehmen sollte:

Am Stammtisch zu Rüßwihl im Lamm,
da saßen wir alle beisamm’.
Die Viertel, sie laufen, das Bier, es schmeckt;
da wurde ein kühner Plan ausgeheckt.
Wie doch die Welt voller Narren sei,
von Rüßwihl wären auch viele dabei.
Doch jeder bis jetzt seines Weges ginge,
Und jeder für sich alleine spinne.
"Wir brauchen neun handfeste Narren am Ort",
fährt der Fischer Xaver gewichtig fort,
- die sollen an Fasnacht dem närrischen Leben,
so richtig die nötige Würze geben.
Begeistert stimmten die Närrischen zu;
der Wirt, er brachte die Runde im Nu.
So wurde feierlich verkündet,
ein NEUNERRAT wird hier gegründet

In der Gründungsversammlung des Narrenrats kam man zu der Überzeugung, dass man eine Fasnacht nur ordentlich gestalten kann, wenn sich ein großer Kreis der Dorfbevölkerung daran beteiligt.

Darum wurde wenige Tage später in einer weiteren Versammlung die Gründung einer Zunft beschlossen. Als Zunftname bot sich

"CHRUTSCHLÄMPE"

an, da bei den früheren Dorfumzügen am Fasnachtssonntag der Abschluss immer in einer der beiden Rüßwihler Wirtschaften endete, wo es immer Chrutschlämpe (Mangold) mit gekochtem Speck gab.

Die Fasnacht 1974 wurde komplett vom Narrenrat und den Mitgliedern der Zunft ausgerichtet. Zu der Zeit war die Zunft noch kein offizieller, eingetragener Verein.

Unser Häs

Bald nach der Fasnacht legte man Form und Farbe des Zunft-Häses fest, mit den heute allseits bekannten gelben und grünen Plätzchen. Als Kopfbedeckung wurde die stilisierte Form einer Mangoldpflanze gewählt.

Besondes zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang Ideenreichtum und Aufbau-Leistungen von Hans-Jürgen Dorn und seiner Frau Ursula in den ersten Jahren und über viele Jahre hinweg.


Die Gründungsversammlung

Am 16. November 1974 lud Hans-Jürgen Dorn zur Eröffnung der Fasnacht in das Gasthaus "zum Lamm" ein, um die bereits zur Gründung vorbereitete Chrutschlämpe-Zunft in einer Gründungsversammlung aus der Taufe zu heben.

Bei Spanferkel, Chrutschlämpe und Pellkartoffeln meldeten sich bereits 40 Mitglieder zur Teilnahme an der Zunft und Hans-Jürgen Dorn wurde unter großem Beifall zum vorsitzenden Zunftmeister gekürt.

Nach Vorstellung des Häses durch Ursula Dorn und Besprechung von Auftritten wurde nach einer langen und fröhlichen Nacht die Versammlung aufgelöst.

Besonders erfreulich war auch, dass durch Spenden die Vereinskasse an diesem Abend bereits einen beachtlichen Stand erreicht hatte.


Unser Auftrag:

Die Chrutschschlämpe-Zunft hatte sich von Anfang an zur Aufgabe gemacht, alte Traditionen zu übernehmen und alte Bräuche, die teilweise fast in Vergessenheit geraten waren, wieder neu zu beleben.


Die Zusammenlegung:

In Rüßwihl bestanden nun seit 1974 zwei Vereine: Der Neunerrat und die Zunft. Ein Gesuch des Bürgermeisters von Görwihl 1975, alle Zünfte und Räte der Gemeinde durch eine gemeinsame Satzung unter einen Hut zu bringen, scheiterte an den vielen Änderungswünschen an der Satzung durch die verschiedenen Vereinigungen.

Daraufhin mehrten sich die Stimmen in Rüßwihl, Zunft und Neunerrat zusammenzulegen und eine gemeinsame Satzung zu verabschieden. Als Anhaltspunkt lagen dafür die Satzungen der Bad Säckinger und Wehrer Zünfte vor.

So kam es, dass am 13. Februar 1977 erneut eine Gründungsversammlung stattfand.

Neunerrat H. Wehrle verlas die gemeinsame Satzung nochmals, nachdem diese in den Vorstandschaften der beiden Vereine diskutiert worden war. Die Satzung wurde einstimmig von den anwesenden 21 Personen gebilligt.

Als Präsident wurde Roland Zimmermann gewählt, als Vizepräsident Hans-Jürgen Dorn.


Schnelles Wachstum

Im Oktober 1978 zählte die gesamte Zunft bereits 117 Mitglieder (davon 14 Narrenräte und 25 Kinder unter 14 Jahren).

Bei einer Dorfbevölkerung von etwa 360 Einwohnern kann man getrost sagen, dass zu dieser Zeit fast in jedem Haus mindestens ein Zunftmitglied gewohnt hat.


Wir werden „offiziell"

Am 19. März 1977 wurde der Verein unter dem Aktenzeichen VR AG Waldshut VR 343 genehmigt und in das Vereinsregister Waldshut-Tiengen eingetragen. Seitdem heißt es offiziell: "Narrenzunft Rüßwihler Chrutschlämpe e.V."

1992 erhielt der Verein den Status "Gemeinnützigkeit".


DerZunftraum

1994 wurde unter Eigenregie unser Zunftraum ausgebaut und eingerichtet.

Im Zunftraum finden unsere Vorstandssitzungen, Musikproben, Theaterproben, Tanzproben und Narrenratssitzungen statt.


Die Aufnahme in den VON (Verband Oberrheinischer Narrenzünfte)

Es bedurfte mehrerer Anläufe, um in den Verband oberrheinischer Narrenzünfte eintreten zu können.

Bereits 1974/1975 wurden erste Anträge gestellt, es war aber nur möglich, als Gastzunft in den Verband einzutreten.

Im April 1984 wurde vom Verband mitgeteilt, dass die Voraussetzungen für einen vollständigen Eintritt gegeben sind. Im Juni waren Verbandsvertreter zu Besprechungen in Rüßwihl und daraufhin erfolgte am 29./30. September die einstimmige Aufnahme beim Herbstkonvent des Verbands in Staufen.

Die Rüßwihler Zunft ist seit 1986 der Vogtei Hochschwarzwald untergeordnet.

Jubiläums Festschrift 33 Jahre (2007)

 
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